Ein mächtiges Marketinginstrument
Christian Münch, Consultant bei mds, plädiert für die ganzheitliche Betrachtung eines PIM. Denn wasserdichte Daten für Print- und Webanwendungen sind nur der Anfang. Ein PIM steht für Marketing- und CRM-Optionen, die weit darüber hinausgehen.
Herr Münch, auf den ersten Blick ist ein PIM lediglich eine wenn auch sehr umfangreiche Datenbank. Für Sie ist es aber vor allem ein Instrument, das im Marketing sehr gute Dienste tut.
Es geht ja immer um den Nutzen von technischen Systemen. Informationen in einer Datenbank zu sammeln, zu strukturieren, zu pflegen, hört sich zunächst nach langweiliger Jäger-und-Sammler-Arbeit an, ist aber die entscheidende Voraussetzung für eine moderne Produktkommunikation und damit für ein zeitgemäßes und vor allem erfolgreiches Marketing.
Was macht Produktkommunikation via PIM denn so modern?
Zunächst ein Blick auf den Status quo. Um es ein wenig ketzerisch auszudrücken: Meistens geht es in der Produktkommunikation darum, drei- oder viermal im Jahr einen neuen Katalog herauszubringen. Produktkommunikation ist damit vor allem zeitlich gesteuert. Es gibt einen Zeitplan, ein straffes Zeitmanagement. Hauptsache, der Katalog kommt pünktlich heraus. Das kann nur einhergehen mit Top-Down als Kommunikationsrichtung: vom Produzenten zum Kunden.
Und mit einem PIM ist das anders?
Mit einem PIM steht das Produkt selbst wieder im Mittelpunkt. Eine gut gepflegte Datenbank, abrufbereite, fehlerfreie und stets aktuelle Informationen ermöglichen mir, zu jeder Zeit zu publizieren, immer wenn nötig, wenn vom Kunden oder Markt gewünscht, wenn ich will. Der Webshop ist über ein PIM sowieso immer auf dem neuesten Stand. Ich kann aber auch spontan einen Teilkatalog oder eine Produktankündigung drucken lassen. Das ist eine völlig andere Herangehensweise – eine zeitunabhängige und damit eben produkt-, markt- und kundenorientierte.
Und damit ändert sich natürlich auch die Kommunikationsrichtung?
Richtig. Kunde und Markt müssen nicht auf mich und meinen Zeitplan Rücksicht nehmen und warten. Die Informationsbedürfnisse der Kunden lösen Aktionen aus und nicht mehr allein meine Informationsinteressen.
Inhalt und Kunden – das sind heute ohnehin strategisch entscheidende Faktoren.
Unbedingt. Deshalb würde ich gerne bei den Einsatzmöglichkeiten eines PIM an dieser Stelle die Standardanwendungen nur streifen. Klar ist, dass die im PIM gespeicherten Daten in gedruckte oder elektronische Kataloge oder in Webshops einfließen. Das sind natürlich außerordentlich wichtige Einsatzfelder. Denn viele Branchen – das offensichtlichste Beispiel ist der Versandhandel – leben davon, dass sie ihre Kataloge regelmäßig und präzise aktualisieren.
Mehrsprachig versteht sich?
Selbstverständlich. Und natürlich markt- und kundengruppenspezifisch individualisiert.
Aber das ist nur der Anfang?
Genau. Vielen Anwendern ist gar nicht bewusst, dass ich ein PIM auch für Kundenbindungsmaßnahmen nutzen kann. So können einerseits kundenspezifische Daten hinterlegt werden, die dann dem Marketing oder dem Vertrieb zur Verfügung stehen und etwa für individuelle Angebote oder Aktionen verwendbar sind. Eine weitere interessante Nutzung im CRM-Kontext ist auch das BMEcat-Format. Das ist ein standardisiertes Austauschformat für Katalogdaten. Der Kunde importiert die digital bereitgestellten Katalogdaten direkt in sein Beschaffungssystem und kann so Bestellungen intern viel leichter be- und verarbeiten – wenn gewünscht, erhält er das Format maßgeschneidert auf seine Bedürfnisse und mit individuellen Preisen. Das erhöht die Kundenbindung natürlich kolossal.
Mit solchen Einsatzmöglichkeiten holen Sie ein PIM endgültig aus der reinen Informationszulieferungsfunktion und öffnen es für eine ganzheitliche Nutzung. Jetzt wird klar, warum ein PIM gerade im Marketing so wertvoll sein kann. Und das alles kann mds umsetzen?
Wir schauen uns an, was in einem Unternehmen an Datenbanksystemen da ist, führen diese mit eigenen Modulen zu einem PIM zusammen und passen sie an die Bedürfnisse der Mitarbeiter an. Das ist uns übrigens wichtig. Technik spielt bei einem PIM eine große Rolle, aber sie soll die Menschen nicht überrollen. Wir individualisieren die bestehende Technik soweit, dass nicht nur die Prozesse optimal laufen, sondern dass jeder in dem Unternehmen optimal damit arbeiten kann. Das beinhaltet, dass wir auch die Funktionen, die das Unternehmen wünscht, in vollem Umfang umsetzen – ob nur Standardfunktionen oder darüber hinaus.
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